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Auletta – Konzertreview, Luxor, Köln, 15.8.2011 

17.08.2011

Es ist wohl der ideale Moment für eine Band wie Auletta gewesen: Das erste Album „Pöbelei & Poesie“ seit zwei Jahren draußen, kurz in den Charts gewesen, aber ein Geheimtipp für Deutschrock-Fans, und die Tour zum zweiten Album „Make Love Work“ läuft gerade.

Auletta – Konzertreview, Luxor, Köln, 15.8.2011Auletta – Konzertreview, Luxor, Köln, 15.8.2011Die Fanbasis ist groß genug, dass ca. 200 Leute das Luxor in Köln füllen können, aber noch nicht so groß, dass es überfüllt wäre oder aufwändige Sicherheitsvorkehrungen zwischen Bühne und Fans die Interaktion einschränken könnten. Die fünf Mainzer waren leicht erstaunt und auch etwas überwältigt von der schieren Masse an jungen Mädchen, die vor der Bühne lachten, tanzten und ab dem zweiten Lied textsicher alle Strophen mitsangen.

Man sah förmlich, wie die Jungs sich freuten, nach Jahren im dunklen Probekeller endlich den Lohn – begeisterte (weibliche) Fans – genießen zu dürfen. Die gelegentlichen „Ausziehen“-Rufe parierte der Sänger Alexander Zwick zwar mit einem „Ich bin noch nicht in meinem Sommer-Shape, sonst würde ich das machen“, aber ließ trotzdem drei Hemdknöpfe offen, sodass seine rasierte Brust gut zur Geltung kam. Solche Einlagen veranlassten meine Begleiterin am Ende des Konzerts zu der Bemerkung, dass der Sänger wohl schon etwas zu selbstverliebt sei.

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Auletta – Konzertreview, Luxor, Köln, 15.8.2011Auletta – Konzertreview, Luxor, Köln, 15.8.2011Dabei hat es sicher auch für die Fans Vorteile, der Band so nah ein zu können und oft wirkte die Interaktion zwischen Fans und Musikern wie aus dem Lehrbuch für Kundenbindung. Fans warfen Handtücher auf die Bühne als der Sänger die Hitze im Club erwähnte, dieser wischte sich den Schweiß von der Stirn und warf es zurück in die Menge. Das glückliche Mädchen, was das Handtuch fing, quittierte das mit einem jubelnden Quietschen. Der Bassist Daniel reicht einem durstigen Mädchen seine Bierflasche und als Alexander die Zeile „Zieh meine Sonnenbrille auf“ vom Song „Gold“ anstimmt, reicht ein Mädchen ihm eine pinke Sonnenbrille, die er brav eine Strophe lang aufsetzt.

Zwischendurch reibt er seine Stirn an den Köpfen in der ersten Reihe, wuschelt sich mit den Fans gegenseitig durch die Haare und einmal steigt er ganz von der Bühne ins Publikum. Bei Balladen wie „Alles was ich bin“ holen die Fans ihre Feuerzeuge raus und zum Schluss zieht der Sänger ein Mädchen auf die Bühne, was dort etwas tanzt und dann mit einem Wangenkuss verabschiedet wird.

Wie gesagt der ideale Moment: Die Fans sind da und lieben ihre Musiker und diese können das noch ohne zwei Meter Höhenunterschied und einen Burggraben zwischen sich und den Fans genießen. Auch die Fans erleben die Musiker noch als Menschen zum Anfassen, die sich bedanken und bei denen die Schwärmerei sogar noch etwas Hoffnung hat.

Auletta – Konzertreview, Luxor, Köln, 15.8.2011Auletta – Konzertreview, Luxor, Köln, 15.8.2011Musikalisch gab es kaum Überraschungen. Vom ersten Album wurden ca. die Hälfte der Songs gespielt, vom neuen Album fast alle und wie es sich für eine gute Band gehört, darf auch das Lob an die Gastgeberstadt nicht fehlen: „Was ist schon München, wenn man Köln hat?“ vergleicht Alexander die Auftritte und stellt beim letzten Song noch den Lokalbezug her durch die Ansage „Jetzt ein Song über eine Stadt mit Dom“, bevor die Band „Meine Stadt“ anstimmt und der Sänger ab und zu im Refrain das Wort „Köln“ fallen lässt. Ich wette, dass macht er in jeder Stadt. Aber gegönnt sei es ihm.

Text/Fotos: Robert Kneschke

http://www.auletta.de

Mehr Konzertfotos von Auletta hier.

Konzert- und Festivaltermine

  • 19.08.11 Bremen / Tower
  • 20.08.11 Berlin / Motor Club@Magnet
  • 26.08.11 Frankfurt / Museumsuferfest
  • 02.09.11 Karlsruhe / Easy am Hang Festival
  • 03.09.11 Solms / Freibad Open Air

 

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